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7. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung (7. RBV)

Regionale Ergebnisse

Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen stellt in bewährter Weise regional tief gegliederte Ergebnisse der 7. RBV bereit. Aufgrund des Methodenwechsels stehen erstmalig für jede Gemeinde Daten zur Verfügung.
Außerdem werden neben der Veröffentlichung für die 3 Kreisfreien Städte und 10 Landkreise erneut Ergebnisse für weitere fachspezifische regionale Gliederungen wie Raumkategorien, Planungsregionen oder Mittelbereiche bereitgestellt.
Ergebnisse für andere nutzerspezifische Regionen werden weiterhin auf Anfrage aufbereitet.

Eine Übersicht der Ergebnisse nach Gemeinden und Kreisen können Sie folgender Tabelle entnehmen.

Gemeinden

Dieses Vorschaubild zeigt eine Karte von Sachsen, unterteilt nach Gemeinden.

Verwaltungsgemeinschaften, -verbände

Dieses Vorschaubild zeigt eine Karte von Sachsen, unterteilt nach Verwaltungsgemeinschaften und -verbänden.

Mittelbereiche

Dieses Vorschaubild zeigt eine Karte von Sachsen, unterteilt nach Mittelbereichen.

Raumkategorien

Dieses Vorschaubild zeigt eine Karte von Sachsen, unterteilt nach Raumkategorien.

Planungsregionen

Dieses Vorschaubild zeigt eine Karte von Sachsen, unterteilt nach Planungsregionen.

Alles rund ums Thema

Über den nachfolgenden Link erfolgt die Weiterleitung zur GENESIS-Onlinedatenbank mit den Ergebnissen der 7. RBV für alle Gemeinden. Für alle 419 Gemeinden zum Gebietsstand 1. Januar 2020 stehen Vorausberechnungsergebnisse nach drei Altersgruppen zur Verfügung. Tiefer gegliederte Ergebnisse werden entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde am 31. Dezember 2018 veröffentlicht.

Methodische Hinweise für die Bewertung der Vorausberechnungsergebnisse auf Gemeindeebene

Erstmalig erstellte das Statistische Landesamt eine Bevölkerungsvorausberechnung auf Gemeindeebene. Vorausberechnungen werden mit zunehmender Regionalisierung immer unsicherer, weil die demografischen Komponenten Geburten, Sterbefälle und Wanderungen stark durch Schwankungen, Zufälligkeiten oder singuläre Ereignisse geprägt sind. Diese demografischen Komponenten werden durch vielfältige äußere Einflüsse und Entwicklungen beeinflusst. Dabei sind kleine Gebietseinheiten anfälliger für regional wirkende politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Entscheidungen. Aus diesem Grund konnte in der 7. RBV nicht die erwartete gemeindespezifische Entwicklung berücksichtigt werden. Das hieße z. B., die geplante Ausweisung von Bauland aber auch die geplante Schließung eines größeren Betriebes in die Berechnung einfließen zu lassen.

Mit dem Modell der Komponentenfortschreibung unter Berücksichtigung eines Status-quo-Ansatzes ist die ermittelte voraussichtliche Bevölkerungszahl ein rein mathematisches Ergebnis, das sich ausschließlich aus den getroffenen Annahmen ergibt. Die getroffenen Annahmen basieren auf Mittelwerten der Vergangenheit und setzen somit die Entwicklungsrichtungen im Geburtenverhalten, der Sterblichkeit und dem Wanderungsverhalten fort.

Darüber hinaus erfolgt die Berechnung für alle Gemeinden der 7. RBV im Kontext der gesamtsächsischen Entwicklung. So bilden die für Sachsen getroffenen Annahmen auch den Rahmen für die innersächsischen Entwicklungen. Die Vorgabe eines Wanderungssaldos setzt für Sachsen bestimmte Grenzen für Zu- und Fortzüge, die dann im Ergebnis auch Auswirkungen auf die einzelnen Gemeinden haben. Darüber hinaus stehen die sächsischen Gemeinden in Wechselbeziehungen zueinander. Bei der Annahmenbildung kann somit nicht der Fokus auf einzelne Gemeinden gelegt werden, weil daraus immer Anpassungen in anderen Gemeinden resultieren. Damit unterscheidet sich die 7. RBV grundsätzlich von z. B. externen Vorausberechnungen für einzelne Gemeinden.

Um den Wechselwirkungen zwischen Gemeinden Rechnung zu tragen, aber auch um zu verdeutlichen, dass externe Einflüsse keine Berücksichtigung finden, wurden konsequent Berechnungsalgorithmen für die Gemeinden umgesetzt. Diese Berechnungsalgorithmen basieren auf verschiedenen Mittelwerten und deren Fortschreibung für den Vorausberechnungszeitraum. Dabei können bereits zu Beginn des Vorausberechnungszeitraums Abweichungen zur tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung entstehen, je nachdem wie gut der Berechnungsalgorithmus die tatsächliche Entwicklung der Gemeinde abbildet. Die 7. RBV zeigt somit auf, was sein wird, wenn die Verhaltensweisen der jüngeren Vergangenheit auch während des Vorausberechnungszeitraums ihre Gültigkeit behalten. Die Bewertung der Vorausberechnungsergebnisse als ein reiner »Soll-Ist-Vergleich«, d. h. ein Vergleich zwischen vorausberechneter und tatsächlicher Bevölkerung, sagt somit wenig über die Qualität der Vorausberechnung aus.

Die Vorausberechnungsergebnisse können deshalb Basis von planerischen Überlegungen sein, sollten jedoch nicht allein auf das Vorausberechnungsergebnis gerichtet sein, denn Planungen an sich können wiederum Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung haben. Eine Abweichung zwischen tatsächlicher und vorausberechneter Bevölkerung kann somit als Gradmesser für Änderungen der Rahmenbedingungen im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereich interpretiert werden.

Bildung der Annahmen für die Gemeinden in der 7. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung

Entwicklungen der Gemeinden

Die Bevölkerungsentwicklung des Freistaates Sachsen war und ist von mehr oder minder starken Bevölkerungsverlusten geprägt. Diese Entwicklung wird in der 7.RBV auch für den Vorausberechnungszeitraum angenommen. Auch für die Mehrzahl der sächsischen Gemeinden ist diese Entwicklung bestimmend. Es gibt aber auch Gemeinden mit einer voraussichtlich positiven Entwicklung. Die differierenden Entwicklungen von Gemeinden sollen im folgenden Dokument erläutert werden.

Statistikerläuterungen

Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnungen

Seit 1995 und einer Veröffentlichung der 1. Regionalisierten Bevölkerungsprognose im Jahr 1997 erstellt das Statistische Landesamt eigene regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnungen. Dabei orientieren sich die regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnungen an den Annahmen der jeweils aktuell gültigen koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Die voraussichtliche Entwicklung der Bevölkerung wird in einem Korridor dargestellt, der sich einerseits aus den nach bundeseinheitlicher Abstimmung getroffenen Annahmen wie auch eigens für den Freistaat Sachsen entwickelten Annahmen, berechnet.  Relevante In­dikatoren für die demografische Entwicklung der Gesellschaft sind die Fertilität (Fruchtbarkeit), die Mortalität (Sterblichkeit) und die Wanderungen (Zu- und Fortzüge). Im Unterschied zur koordinierten Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird die Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung nicht nur für das Land Sachsen berechnet, wodurch entsprechend auch kleinräumigere Ergebnisse veröffentlicht werden.

Am 19. Mai 2020 veröffentlichte das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen die 7. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung. Ausgehend vom Basisjahr 2018 wird die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung bis 2035 in zwei Varianten dargestellt.

Rechtsgrundlagen

Die Zuordnung der Gemeinden zu den nichtadministrativen Regionaleinheiten Planungsregion, Raumkategorie und Mittelbereich orientiert sich am Landesentwicklungsplan Sachsen mit Stand 2013.

Die Zuordnung der Gemeinden zum Gebietsstand 1. Januar 2020 finden Sie unter den Erläuterungen zur jeweiligen nichtadministrativen Regionaleinheit.

Mittelbereiche
Mittelbereiche entstehen dadurch, dass ein oder mehrere Nahbereiche einem Mittel- oder Oberzentrum zugeordnet werden. Für die Abgrenzung der Mittelbereiche werden funktionsräumliche Verflechtungen (wie z.B. Pendlerströme) herangezogen. Dabei können sich auch Überschneidungen zwischen 2 Mittelbereichen ergeben. Damit sind ausgewählte Gemeinden 2 Mittelbereichen zugeordnet. Bei Gebietsänderungen erfolgt die Zuordnung nach den Festlegungen der Landes- und Regionalplanung.

Planungsregionen
Als Planungsregion sind Planungsräume unterhalb der Landesebene definiert, für die ein eigener Raumordnungsplan aufgestellt wird. Die Abgrenzung der Planungsregionen ist im Landesplanungsgesetz (§ 9 Abs. 1) festgelegt. In Sachsen gibt es derzeit 4 Planungsregionen.

Raumkategorien
Im Landesentwicklungsplan (LEP 2013) werden als Raumkategorien Räume definiert, die eine weitgehend einheitliche Struktur aufweisen und deshalb hinsichtlich ihrer angestrebten Entwicklung einheitlich zu behandeln sind Die Einteilung erfolgt in Verdichtungsraum, ländlicher Raum sowie verdichtete Räume innerhalb des Ländlichen Raums. Die Daten der amtlichen Statistik haben als kleinste räumliche Bezugsgröße die Gemeinde. Eine teilräumliche Zuordnung von Gemeinden zu unterschiedlichen Raumkategorien ist für die Statistik nicht möglich. Für statistische Auswertungen auf Basis der Raumkategorien erfolgt daher für die infolge von Gebietsänderungen neu entstehenden Gemeinden jeweils eine Zuordnung nach Neuberechnung für das gesamte Gemeindegebiet auf Grundlage der Kriterien des LEP 2013 (siehe Begründung zu Kapitel 1.2 Raumkategorien) und der jeweils aktuellen Daten.

  • Verdichtungsraum

Raumkategorie, die die großflächigen Gebiete um die Oberzentren Chemnitz beziehungsweise Zwickau, Leipzig und Dresden mit einer hohen Konzentration von Bevölkerung, Wohn- und Arbeitsstätten, Trassen, Anlagen und Einrichtungen der technischen und sozialen Infrastruktur sowie einer hohen inneren Verflechtung umfasst. Die Abgrenzung der Verdichtungsräume wird unter Berücksichtigung bundesweit vergleichbarer Schwellenwerte (Beschluss des Hauptausschusses der MKRO 1993 zur Ausweisung von Verdichtungsräumen) nach folgenden Kriterien vorgenommen:
- Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche (2010) größer als 11,6 Prozent,
- Einwohnerdichte größer als 200 Einwohner je km²,
- Siedlungsdichte größer als 2 000 Einwohner je km² Siedlungsfläche
Mindestens zwei dieser Kriterien müssen erfüllt werden. Voraussetzung zur Abgrenzung eines Verdichtungsraumes ist ein zusammenhängender Raum mit mindestens 150 000 Einwohnern.

  • Verdichtete Bereiche im ländlichen Raum

Teilräume innerhalb des ländlichen Raums, mit überdurchschnittlichem Anteil an Siedlungs- und Verkehrsfläche als Randbereich eines Verdichtungsraumes oder als zusammenhängender Raum mit mindestens 10 000 Einwohnern.
Die Abgrenzung dieser Bereiche wird nach folgenden Kriterien vorgenommen:
- Siedlungs- und Verkehrsflächenanteil größer als 10 Prozent (2010),
- Randbereich eines Verdichtungsraumes oder
- zusammenhängender Raum mit mindestens 10 000 Einwohnern.

  • Ländlicher Raum

Raumkategorie, die die Teile Sachsens umfasst, die im Vergleich zu den Verdichtungsräumen eine dünnere Besiedlung und eine geringere bauliche Verdichtung aufweisen. Wenngleich die Land- und Forstwirtschaft bei der Beschäftigung auch im ländlichen Raum nicht mehr dominiert, so ist sie für die Flächennutzung in dieser Raumkategorie unvermindert prägend.

Verwaltungsgemeinschaft
Benachbarte weiterhin selbständig bleibende Gemeinden innerhalb eines Landkreises können vereinbaren, dass eine Gemeinde (erfüllende Gemeinde) für die anderen beteiligten Gemeinden die Aufgaben eines Verwaltungsverbandes wahrnimmt (Verwaltungsgemeinschaft). Das heißt die Verwaltungsgemeinschaft erledigt entsprechend ihrer Gemeinschaftsvereinbarung vollständig oder in Teilbereichen verwaltungstechnische Aufgaben für die Mitgliedsgemeinden.

Verwaltungsverband
Benachbarte Gemeinden innerhalb eines Landkreises können sich zu einem Verwaltungsverband zusammenschließen (Freiverband) oder zu einem Verwaltungsverband zusammengeschlossen werden (Pflichtverband). Der Verwaltungsverband ist eine rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts. Er nimmt die in der Verbandssatzung vereinbarten Aufgaben für die Gemeinden (z. B. Meldeamt, Gewerbeamt, Standesamt, Bauamt) wahr. Er ist als Form der Zusammenarbeit für Gemeinden vergleichbarer Größe geeignet, wodurch das Nichtvorhandensein eines Zentralen Ortes ein Kristallisationspunkt für eine Einheitsgemeinde mitumfassender Verwaltungskompetenz oder Verwaltungsgemeinschaft fehlt. Die Mitgliedsgemeinden sollen zusammen mindestens 5 000 Einwohner haben.

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